Die Aufzeichnungen eines Forschers

Willkommen, Wanderer.

Unsere Welt hat sich in den letzten 30 Jahren extrem gewandelt, so dass ich beschlossen haben, dieses Kompendium - ein Lebenswerk - zusammenzustellen. Nichts hier ist vollständig oder perfekt, sondern nur ein kleiner Abriss der Welt, wie ich sie kenne.

Ich will Dir von meiner Heimat, dem Imperium Rohid-Rhaz, erzählen und auch von unserem Planeten Roreâz. Viele Orte habe ich bereist, viel habe ich gesehen und nun sollen die schönen wie auch die überschatteten Seiten Roreâz' schriftlich festgehalten werden.

Das Weltreich Rohid-Rhaz ist ein Imperium mit langer Vergangenheit und einem stark militärischen Charakter. Voller Stolz können wir auf gewonnene Kriege und legendäre Schlachten zurückblicken. Und wenn ich sehe, wie die unterschiedlichsten Kulturen innerhalb unserer Grenzen friedlich nebeneinander leben, vereint durch den Imperator, so erkenne ich, dass wir den richtigen Weg gehen.

Viele Völker haben sich dem unseren angeschlossen, jedoch ohne ihren eigenen Charakter oder die Traditionen zu verlieren. Mehr noch, wir alle lernen von einander und werden dadurch stärker.

Doch bevor ich mein eigenes Land genauer beschreibe, sollte ich dem fremden Leser einen groben Überblick über unsere Welt gewähren.

Unser Planet ...

... wird "Roreâz" genannt, was in einer alten Sprache "Neue Erde" oder "Neuer Boden" bedeutet. Sein Himmel ist stets von Nebeln und Wolken erfüllt, die nur in bestimmten Regionen hin und wieder aufbrechen und Sonnenstrahlen zur Erde durchlassen. In den meisten Ländern muss man sich mit Nebel, wie auch mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit abfinden. Wüsten und Steppen gibt es nur sehr wenige.
Folglicher Weise herrscht bei uns sehr üppige und besonders schnell wachsende Vegetation.

Doch alles weitere soll unter der Rubrik "Geographia" behandelt werden.

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Die Menschen

Zahlreiche Geschichten erzählen von einem verlorenen Land im Himmel, das einmal unsere Heimat gewesen ist. Das sind keine erfundenen Legenden. Nein, so war's tatsächlich gewesen und es ist noch keine 30 Jahre her, als unser Volk in einer riesiger Armada aus Luftschiffen das Wolkenreich Tal Narag verließ und sich eine neue Heimat suchte. So kamen wir zu unserem neuen Land, voller Nebel und Geheimnisse. Das schwebende Erdreich unserer alten Heimat existiert nun schon seit einigen Jahren nicht mehr, denn es ist fast vollständig zerfallen.

Es gibt mehrere Menschenrassen, die innerhalb ihrer Völker vermischt zusammen leben. Zwei Rassen kamen von dem schwebenden Land, eines lebte schon immer hier auf dem Festland. Eine Menschenrasse ist vor vielen Jahren einer Seuche zum Opfer gefallen.

Mehr darüber soll in "Völkerkunde" behandelt werden.

Die Städte

Innerhalb der 30 Jahre im neuen Land, wurden wacklige Grenzen gezogen und sind heute noch immer umkämpft.
Land ist zwar genug da, doch es ist wild und beherrscht von vielen gefährlichen Bestien, so dass die meisten Völker dazu übergegangen sind, alte verlassene Städte zu erobern und neu aufzubauen. Die Kontinente sind durchzogen von den überwachsenen Ruinen einer verlorenen Kultur, von denen viele die Wildnis verschluckt hat. Doch manche sind noch gut erhalten und bieten uns heute neuen Lebensraum. Wir bauen sie zu neuen Städten auf, umringt von einer kräftigen Stadtmauer um uns vor dem wilden Land zu schützen. Doch sie bieten und viel mehr: in den Ruinen wurden fremde Technologien und neues ungeahntes Wissen gefunden, wichtiger noch als Gold.

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Von der Pilzsymbiotik

Ein bedeutender Forscher hat vor einigen Jahren winzige Pilze entdeckt, die in allen Lebenden Körpern gedeihen und mit seinen Wirten und Symbiose existieren. Diese Entdeckung war nur dank einiger Schriftwerke aus den Ruinen sowie des dabei gefundenen Instrumentes „Mikroskop“ möglich. Das revolutionierte die bis dahin geltende Vorstellung von Magie und wie sie genutzt wird.

So weiß man heute, dass diese winzigen Pilze seine Wirte dazu befähigen, magische Energien zu lenken und damit übersinnliche Fähigkeiten zu entwickeln. Wie genau das funktioniert ist noch nicht zu 100% geklärt, doch alles deutet darauf hin, dass diese Pilze für den Menschen nicht wahrnehmbares Myzell besitzen, welches seinen Ursprung in der Geisterwelt, dem "Arkanum", hat. Dieses Myzell ist wohl ein Leiter, der Energie aus dem Arkanum direkt in den Träger des Pilzes leitet.

Auch einige Tierarten können Magie benutzen, doch diese sind in der Regel viel schwächer als die menschlichen und scheinen eher instinktiver Natur zu sein. Doch gibt es hier auch schreckliche Ausnahmen,  wie es die „Untiere“ und „Bestien“ sind.

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Drei Dimensionen

Die Wissenschaft unterscheidet insgesamt drei Dimensionen, die parallel zu einander existieren und in enger Verbindung stehen.
Zu einem die Menschenwelt, oder das Diesseits, die besonders von der festen Materie geprägt ist.

Die zweite Dimension ist eine Zwischenwelt, die als „Fadenwelt“ bezeichnet wird. Dieser Name kommt nicht von irgendwo, denn wenn man in diese Welt eindringt, werden tatsächlich schimmernde und pulsierende Fäden sichtbar. Sie scheinen an Dinge und Objekte im Diesseits zu kleben, reagieren auf Bewegungen und erzittern beim Gebrauch von Magie. Gesunde Lebewesen besitzen eine natürliche Aura, welche die Fäden offenbar nicht durchdringen können. Erfahrene Schamanen, Magier oder Arkanisten können diese Fäden aber nicht einfach nur wahrnehmen, sondern auch so manipulieren, dass sie sich auf das Diesseits auswirken. Das ist eine besondere Art der Magie, die in den meisten Fällen sehr energieraubend ist und sehr oft zu Heilzwecken eingesetzt wird.

Die dritte Dimension, ist für die Menschen unerreichbar und über sie ist fast gar nichts bekannt. Man nennt sie das „Arkanum“ oder schlicht Geisterwelt. Es wird angenommen, dass dies der Ursprung aller Magie ist und von vielerlei Wesen bewohnt ist, die wir beispielsweise als Dämonen, Engel, Götter, Geister oder Mare kennen.

Böse Wesen

Tiere, die magische Fähigkeiten besitzen, werden als Bestien bezeichnet. Diese gelten wohl als gefährlich, doch trifft das bei Weitem nicht auf alle zu.

Hin und wieder kommt es jedoch vor, dass die Natur einen mutierten und parasitären Pilz hervorbringt, der als Unwarim bezeichnet wird. Das kommt leider regelmäßig vor und ist eine ständige Bedrohung, denn der Unwarim übernimmt seinen Wirt vollkommen, macht ihn krank oder lässt ihn mutieren. Daraus entstehen meist schreckliche Monstrositäten und Abominationen. So erkrankte Tiere werden „Untiere“ genannt, doch sind auch die Menschen nicht sicher vor Unwarim. In der Vergangenheit gab es viele Vorfälle, leider ist das Thema jedoch ein Tabu und wird wo es nur geht vermieden. Ich vermute, dass die Krankheit oft vertuscht wird, so dass wir wahrscheinlich von einer es viel höheren Todesrate durch den Unwarim ausgehen müssen.

Weiterhin gibt es noch Wesen, die aus anderen Dimensionen in der Welt der Menschen auftauchen: Geister, Albe, Dämonen und viele andere. Sie sind nicht an die natürlichen Gesetze des Diesseits gebunden und haben meist außergewöhnliche Fähigkeiten. Manche von ihnen sind bösartig, andere harmlos, einige gehören zum Alltag der Menschen, andere wiederum sind einzigartig und gefürchtet.
Doch diese Thematik ist dermaßen umfassend, dass ich dem ein eigenes Kapitel werden schenken müssen.

Entwicklung

Wie weit sich die Menschheit entwickelt hat, ist schwer einzuschätzen.
Durch den Kontakt mit neuen Technologien und wissenschaftlichen Funden hat sie in den letzen 30 Jahren einen erheblichen Schritt nach vorne gemacht. So wurde zum Beispiel das alte Weltbild mit der Entdeckung von Planeten, Sonne und Physikalischen Gesetzen völlig abgelöst.

Doch ich glaube nicht, dass alle Menschen diese Fortschritte tatsächlich verstehen. Viele, vor allem aus den unteren Sozialschichten, halten sich immer noch an alten Grundsätzen fest und verteufeln vieles, was andere bereits als alltäglich hinnehmen. Beispielsweise kennen die Menschen in unserer Hauptstadt dampfbetriebene Stadtbusse, Telegraphen, Fotografie und Industrie, gleichzeitig gibt es immer noch Duell-Kämpfe mit Schild und Schwert. Kettenhemde und schwere Rüstungen werden immer noch hergestellt, obwohl sie gegen die immer mehr aufkommenden Schusswaffen keinen Schutz bieten.

Ich würde es als eine Kollision von Neu und Alt bezeichnen, die nur durch Lernen und Verstehen überwindet werden kann. Doch dieser Prozess ist bereits in vollem Gange, wie ich täglich feststellen darf.